Ich setze seit einiger Zeit Piwik ein. Dabei handelt es sich um eine Open-Source Webanalyse-Software unter der GPL-Lizenz, mit der die Aktionen der Besucher/-innen eines Web-Auftritts analysiert werden können.
Im Dezember habe ich mich im Auftrag eines Kunden intensiver mit der Software beschäftigt und werde hier kurz einige neue Erkenntnisse vorstellen, die ich dabei gewonnen oder erarbeitet habe.
Piwik wird als Alternative zu Google Analytics genannt, in Blogs oder z. B. bei den Zeitschriften CHIP oder t3n. Zwei Stärken sind der Einsatz auf den eigenen Servern (niemand anderes kann auf die Daten zugreifen) und der Datenschutz (wobei Google hier nachgebessert hat - Datenschutz mit Google Analytics).
Wer von seinem Computer oder Handy aus direkt auf die Daten von Piwik zugreifen will, sollte sich die französische Software Desktop Web Analytics installieren. Diese benötigt Adobe AIR als Grundlage und stellt die Informationen von einem oder mehreren Servern schnell und übersichtlich dar. Der Export von Daten hat jedoch Probleme mit deutschen Umlauten.
Ähnlich arbeitet der Piwik Connector eines deutschen Autors, dieser stellt allerdings nur eine sehr einfache grafische Auswertung zur Verfügung, welche aber für manche Nutzer/-in ausreichen könnte.
Als Voraussetzung benötigt man einen Webserver mit mindestens PHP 5.1 und eine MySQL-Datenbank.
Die Installation ist relativ einfach. Man lädt das Piwik-Paket auf den eigenen PC, entpackt die ZIP-Datei und läd die Daten auf den Server in einen eigenen Ordner (wichtig: als Transfermodus "Binär" auswählen). Jetzt muss man die Seite aufrufen, die Zugangsdaten zur eigenen MySQL-Datenbank eingeben, sich anmelden und einen JavaSkript-Text unten auf den eigenen Webseiten einbauen.
Es gibt auch PlugIns für verbreitete Content-Management-Systeme wie Piwik Web Analytics für Drupal oder WP-Piwik bzw. Piwik Analytics für Wordpress. Bei Piwik findet sich eine Plugin-Übersicht für weitere CMS.
Es können bestehende Datensätze in Piwik importiert werden - aus Apache mit Apache2Piwik und Google Analytics mit Google2Piwik. Allerdings können nicht alle Daten in Piwik dargestellt werden.
Auf über 1,1% aller Webserver weltweit ist laut W3Techs Piwik installiert.
Laut der Studie "So steigern Online-Händler ihren Umsatz – Fakten aus dem deutschen Online-Handel" gehört Piwik zu den drei beliebtesten Web-Controlling-Lösungen (neben Google Analytics und der kostenpflichtige etracker Web Analytics).
Diese Punkte werde ich in einem folgenden Beitrag belegen.
Warum ich dies blogge?
Piwik ist eine interessante Anwendung und verdient unsere Aufmerksamkeit. Wer Google die Nutzungsdaten des eigenen Servers nicht für Analysen zur Verfügung stellen will, kann mit Piwik eine lokale Alternative installieren.